3. Stadtsalon Bildung

MO 19.10.2020, 17:45-18:45, ONLINE
METHODIK DER WIRKUNGSFORSCHUNG

Marlies Rohmer, Michael Bruneforth
Video

MO, 16.11.2020, 17:15–18:45, ONLINE
KREATIVE RAUMANEIGNUNG | Gestalterische Interventionen im Bestand

Karin Harather, Christine Egeler, Leopold Kneidinger, Marion Starzacher
Video

MO, 18.01.2021, 17:15–18:45, ONLINE
LEBENSRAUM SCHULE | Nutzer*innenzentrierte Planung bei Bestandschulen

Andrea Strohmayer, Katharina Musialek, Dörte Kuhlmann, Katharina Tielsch, Claudia Maria Walther, Sandra Köster, Christine Egeler, Theresia Leuenberger, Leonard Puderbach
Video

MO, 15.03.2021, 17:15–18:45, ONLINE
ZWISCHEN SCHULE UND STADT | Sozialräumliche und architektonische Perspektiven auf Übergänge und Schwellen

Korinna Lindinger, Renate Stuefer, Sibylle Bader, Christian Reutlinger, Joachim Rauch
Video

MO, 19.04.2021, 17:15–18:45, ONLINE
DIE STADT ALS LERNRAUM | Bildungslandschaften in Stadtentwicklungsgebieten

Christian Peer, Emanuela Semlitsch, Judith Zöchmeister

MO, 31.05.2021, ANALOGE ABSCHLUSSVERANSTALTUNG, OUTDOOR
WAS WIRKT? | Aktuelle räumliche Herausforderungen im Bildungsbereich

Die Anforderungen an die Architektur von formalen Bildungsräumen wie Schulen und  Kindergärten haben sich in den letzten 20 Jahren deutlich geändert. Die neuen Räume für Bildung sollen unterschiedliche Lernarrangements ermöglichen – von der konzentrierten Einzelarbeit bis zum Arbeiten in Teams. Sie sollen sich in überschaubare Einheiten gliedern, in denen Bildungsräume als Cluster um eine gemeinsame Mitte angeordnet sind. Diese Prinzipien sind heute weitgehend akzeptiert und in einer immer größeren Zahl von Neu- und Umbauten umgesetzt. Zudem gewinnen auch informelle Bildungsräume mehr und mehr an Bedeutung. Neu gestaltete Bildungsgrätzl greifen die Ideen der Durchlässigkeit und Qualität durch Kooperation und Vielfalt der Formate auf. Im Idealfall verbinden sich auf lokaler Ebene verschiedene Bildungseinrichtungen zu einem Netzwerk an kultureller Infrastruktur, das den öffentlichen Raum einbezieht und bereichert.

Forschungsprojekte des Arbeitsraum Bildung der TU Wien haben sich in den letzten Jahren in Kooperation mit der AUVA diesen Themen in Experiment und Intervention gewidmet. Hier setzt der dritte Stadtsalon reflektierend mit seinen Fragen an: Gelingt in neuen und veränderten Räumen tatsächlich eine neue Pädagogik? Steigt das Wohlbefinden der SchülerInnen und PädagogInnen, was ist dafür aus ihrer Perspektive ausschlaggebend? Verbessern sich Lernergebnisse und/oder Lern- und Lebensqualität in der Schule? Braucht es Messinstrumente, wenn wir die Frage stellen: Was wirkt?

Veranstalterin: TU Wien, Arbeitsraum Bildung, Bildungslandschaften
Moderation: Christian Kühn, Sandra Köster
Organisation: Anja Aichinger

Anmeldung unter: info@bildungslandschaften.at

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Teil 1
METHODIK DER WIRKUNGSFORSCHUNG
19. OKTOBER 2020

MARLIES ROHMER
Building for the Next Generation and What Happended To My Buildings:
Learning from 30 Years of Architecture

What do you do as an architect when after 25 years of building and you would like to know whether what you have built is actually good and sustainable? Marlies Rohmer bought a van, pasted big letters saying ‘What Happened To?’ on it and revisited 25 buildings of which she once had great expectations. She talked to
commissioners, residents and users. This resulted in a sometimes moving, often hilarious and always informative exploration of what really counts in architecture. These lessons are put into the broader context of building, residing, making schools and in working on cities. The concrete examples from Rohmer’s
study caused them to ask questions that concern everyone: What does it matter how the architect responds to the environment, which façade materials they choose, how much attention they pay to outdoor spaces or how they arrange the interior? And what part do rules and regulations play?

MARLIES ROHMER ist eine niederländische Architektin. Ihr Büro ‚Marlies Rohmer Architects & Urbanists‘ hat seinen Sitz in Amsterdam.

MICHAEL BRUNEFORTH
Schulen im Blick von Bildungsstatistik und Bildungsmonitoring

In seinem Vortrag erklärt Michael Bruneforth, warum es wichtig ist, sich zuerst zu fragen, welche Wirkungen erzielt und beobachtet werden sollen, bevor man sich die Frage stellen kann: „Was wirkt?“ Er gibt einen interessanten Einblick in die in Österreich in Bezug auf Schulen verfügbaren Daten und deren Aussagekraft in Bezug auf Wirkungszusammenhänge.

MICHAEL BRUNEFORTH ist Leiter der Abteilung „Wissenschaftliche Services & Qualität“ des IQS – Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen.


Teil 2
KREATIVE RAUMANEIGNUNG
Gestalterische Interventionen im Bestand
16. NOVEMBER 2020

KARIN HARATHER, CHRISTINE SIMONE EGELER
Bewegte Musterklasse mit Pausenfüller-Wand

Ausgehend von Problemlagen, die sich aus starren räumlichen Bedingungen und Nutzungen in Bestandsschulen ergeben, entwickelte Karin Harather im Rahmen der Forschungskooperation „Bildungslandschaften in Bewegung“ (Arbeitsraum Bildung, TU Wien und AUVA – Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) gestalterische Settings mit hohem Aufforderungs- und Aneignungscharakter.

In der WMS Leipziger Platz im 20. Wiener Gemeindebezirk wurde eines der Klassenzimmer zur „Bewegten Musterklasse“ umgestaltet: In Ergänzung der gemeinsam mit Schüler*innen im Rahmen der „Partizipativen Lernraumgestaltung“ von Christine Simone Egeler erarbeiteten Gestaltungsmaßnahmen konzipierte Karin Harather für diesen Gruppenraum 2018/19 eine „PAUSENFÜLLER-Wand“, ein räumliches Setting für kreative Bewegungs- und Gestaltungsspiele: Vorhandene (räumliche) Potenziale und handelsübliche Elemente wurden analysiert und genutzt, um spielerisches sinnliches Erleben und eigenverantwortliche Bewegungserfahrungen kreativ und raumbezogen in den Schulalltag zu integrieren.

KARIN HARATHER ist Künstlerin, Kulturforscherin, Pädagogin, Assistenzprofessorin am Institut für Kunst und Gestaltung 1 an der TU Wien und Mitinitiatorin des Arbeitsraum Bildung der TU Wien.
CHRISTINE SIMONE EGELER ist Innenarchitektin, Nachhaltigkeitsmanagerin, Systemische Coachin und externes Mitglied des Arbeitsraum Bildung der TU Wien.

LEOPOLD KNEIDINGER
Brechen wir endlich das Klassenzimmer auf!

Die räumliche Struktur des Klassenraums stammt aus einer Zeit, in der u.a. Kriterien des Überwachens und Bestrafens im Vordergrund standen. Organisatorisch und logistisch wurde eine Struktur geschaffen, die der eines Containers glich, modular und flexibel kombinierbar, gleichzeitig aber von einer Starre und Strenge, die Jahrhunderte überleben sollte.
Das „Grüne Klassenzimmer“ ist eine von vielen möglichen Teilantworten auf die Herausforderungen einer multikulturellen, vielfältigen Schülerschaft, die Räume für Binnen- und Außendifferenzierung anbietet und die Vielfalt aktueller Gesellschaften in das Spektrum des Lernens einzubauen versucht.

LEOPOLD KNEIDINGER ist Pädagoge und Initiator des Grünen Klassenzimmers an der Sophie-Scholl-Schule in Berlin.

MARION STARZACHER
Von Raumwahrnehmung zu Raumaneignung. Eine Strategie.

Die Nahtstelle zwischen den Nutzenden und den Planenden liegt im Fokus der Strategie, deren Ziel es ist, eine Annäherung der Nutzenden an das Gebäude zu bieten, um die Qualität und die Nutzungsmöglichkeiten kennenzulernen, neue Pfade der Nutzung zu betreten, somit alte Gewohnheiten zu verlassen.

Die Nutzenden bestehen aus der Gruppe der PädagogInnen und der SchülerInnen, die – je nach Projekt – bereits im Vorfeld partizipativ eingebunden werden oder Ideen zur Umnutzung haben oder sich mit dem Gebäude, dem Lernort auseinandersetzen wollen.

Sinneswahrnehmungen in Form von konzeptuellen Übungen als Methode einzusetzen, um sich mit dem Lernort zu befassen, ist eine Strategie der intensiven emotionalen Auseinandersetzung mit Architektur, wodurch eine Veränderung der Wahrnehmung in Richtung Verstehen beobachtet werden kann. Eine emotional positiv besetzte Wahrnehmung eines Lernortes ist ein wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden und somit für den Lern- und Lehrerfolg der Nutzenden mitverantwortlich.  

MARION STARZACHER ist Architektin und Professorin für Technik & Design an der PH Steiermark.

Teil 3
LEBENSRAUM SCHULE
Nutzer*innenzentrierte Planung bei Bestandsschulen
18. JANUAR 2021

ANDREA STROHMAYER, KATHARINA MUSIALEK, DÖRTE KUHLMANN, KATHARINA TIELSCH, CLAUDIA MARIA WALTHER, CHRISTINE EGELER, SANDRA KÖSTER
FEHRA-Musterklasse

Die FEHRA Musterklasse ist ein Projekt, das von ForscherInnen des Arbeitsraum Bildung mit Architekturstudierenden der TU Wien, unterstützt durch die AUVA, für die NÖMS Rappottenstein entwickelt wurde. Der Beitrag zeigt den gesamten Prozess von der nutzer*innen- und raumzentrierten Vorgehensweise in der Planungsphase Null über die Konzeption und den konkreten Entwurf bis hin zu dessen normgerechter Umsetzung. Bilder der FEHRA Musterklasse laden dazu ein, zu entdecken wie der Umbau herkömmlicher Klassenräume zu einem begehrten Lebensraum für SchülerInnen, aber auch für eine ganze Gemeinde werden kann.

ANDREA STROHMAYER ist Direktorin NÖMS Rappottenstein.
KATHARINA MUSIALEK ist ehemaliges Fachkundiges Organ der AUVA, Projektmanagerin, Pädagogin, Bildungswissenschafterin und externes Mitglied des Arbeitsraum Bildung der TU Wien.
DÖRTE KUHLMANN ist Ao. Univ.Prof. am Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege, Architekturtheoretikerin, Kuratorin und Mitglied des Arbeitsraum Bildung der TU Wien.
KATHARINA TIELSCH ist Senior Scientist am Dekanat für Architektur und Raumplanung, Architekturvermittlerin und -journalistin und Mitglied des Arbeitsraum Bildung der TU Wien.
CLAUDIA MARIA WALTHER ist Architektin, Projektmanagerin bei der BIG/Unternehmensbereich Schulen und externes Mitglied des Arbeitsraum Bildung der TU Wien.
CHRISTINE SIMONE EGELER ist Innenarchitektin, Nachhaltigkeitsmanagerin, Systemische Coach und externes Mitglied des Arbeitsraum Bildung der TU Wien.
SANDRA KÖSTER ist Architektin, Baubiologin IBN, Berufsbildnerin und externes Mitglied des Arbeitsraum Bildung der TU Wien.

THERESIA LEUENBERGER
Der relationale Raum

Im Fokus steht die Frage, wie raum- und architektursoziologische Ansätze zur Reflexion und Erklärung von Erfahrungsweisen und Wirkungen von Räumen herangezogen werden können. Einleitend werden im Sinne einer terminologischen Klärung mit Bezug zum relationalen Raumbegriff Architekturerfahrungen aus architektursoziologischer Perspektive vorgestellt.
An Beispielen aus der Forschung an der Hochschule werden anschließend architektursoziologische Lesarten von partizipativ entwickelten flexiblen Lehr-Lernumgebungen vorgestellt.

THERESIA LEUENBERGER ist promovierte Soziologin auf dem Gebiet Planungs- und Architektursoziologie und Architektin. Sie forscht an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und an der Technischen Universität Berlin.

LEONARD PUDERBACH
Schule der Zukunft? - Die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Mühlenbeck bei Berlin

Ist die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Mühlenbeck bei Berlin eine „Schule der Zukunft? Eine Nutzerstichprobe bewertete die Facetten des Gebäudes hinsichtlich ihrer Qualität zur Zeit und ihrer Wichtigkeit in Zukunft sowie das Wohlbefinden, die Leistung der Nutzer, das Sozialverhalten der Schüler und ob der Neubau des Schulgebäudes als Schule der Zukunft eingeschätzt wird. Die Nutzerstichprobe setzt sich aus 91 TeilnehmerInnen, 39 LehrerInnen und 52 SchülerInnen zusammen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich insbesondere das Wohlbefinden, die Erkennbarkeit positiver Spuren eigener Gestaltungen und der Rückgang negativer Spuren eigener Gestaltung positiv auf das Ziel eine Schule der Zukunft zu sein auswirkt.

LEONARD PUDERBACH ist Psychologe und Lehrbeauftragter an der Universität Koblenz.

Teil 5
DIE STADT ALS LERNRAUM
Bildungslandschaften als Impulsgeber
19. April 2021

CHRISTIAN PEER, EMANUELA SEMLITSCH
Lernen im Stadtteil

JUDITH ZÖCHMEISTER
Schule und Dorferneuerung

Die beiden Vorträge stellen das Potenzial von Bildungslandschaften als Impulsgeber für den Standort in Stadtentwicklungsgebieten und in der Dorferneuerung | Ortskernstärkung gegenüber. Dabei werden jeweils schulische und außerschulische Einrichtungen zusammengedacht und zusammengebracht.

Thematisiert werden Parallelen und Unterschiede von Handlungsspielraum und Wirkungsradius im städtischen und ländlichen Kontext, die jeweiligen AkteurInnen, Interessens- und Zielkonflikte, der Anspruch und die mögliche Überfrachtung von Bildungslandschaften sowie generell die Planbarkeit lebendiger Orts- und Stadteilzentren.

CHRISTIAN PEER ist Kulturanthropologe, Bauingenieur und Umwelt- und Raumplaner. Er arbeitet als wissenschaftlicher Projektleiter am future.lab Research Center der TU Wien und ist Mitglied des Arbeitsraum Bildung.
EMANUELA SEMLITSCH ist promovierte Raumplanerin, Kindergartenpädagogin und Theatermacherin, sie forscht und lehrt am Forschungsbereich Örtliche Raumplanung der TU Wien und ist Mitglied des Arbeitsraum Bildung.
JUDITH ZÖCHMEISTER ist Architektin in Wien und leitet das Büro ORT_GANG ARCHITEKTUR.